Angst in der Beziehung - Angststörungen und Verlustängste

Angststörungen – was genau versteht man darunter?

 

Angststörungen sind in der deutschen Bevölkerung sehr weit verbreitet. Jeder Vierte leidet hierzulande laut einer 2011 vom Deutschen Statistischen Bundesamt veröffentlichen Statistik zufolge mindestens einmal in seinem Leben unter einer Angststörung. Dabei ist vor allem Angst in der Beziehung ein großes Problem für Betroffene.

 

Die häufigsten Angststörungen sind demnach:

 

  • Extreme Schüchternheit (12,5 %)
  • Angst vor Dingen oder Tieren (12,1 %)
  • Panikstörung / Platzangst (6,1 %)
  • Beklemmungsgefühle (5,7 %)

 

Das Robert Koch Institut berichtet in seinem Heft Nr. 21 „Angststörungen“ über den 1998 durchgeführten Bundes-Gesundheitssurvey: Demzufolge leiden Frauen ungefähr doppelt so häufig unter Angststörungen wie Männer.

 

Als Gründe hierfür werden sowohl biologische Faktoren (physiologische und hormonelle Regulationsmechanismen) also auch sozialwissenschaftliche Faktoren genannt (erlerntes Rollenverhalten sowie unterschiedliche Erfahrungen in Schule, Ausbildung und Familie). Folgende Angststörungen wurden dabei dokumentiert und untersucht:

 

  • Agoraphobie (Angst vor öffentlichen Plätzen)

 

  • Panikstörungen

 

  • Spezifische Phobien

 

  • Soziale Phobien

 

  • Generalisierte Angststörung

 

Laut derselben Untersuchung beginnen mindestens 60 % aller Angststörungen bereits vor dem 21. Lebensjahr. Besonders auffällig dabei: Spezifische Phobien entwickeln sich typischerweise am frühesten, in den meisten Fällen bereits ab dem 16. Lebensjahr. Auch soziale Phobien weisen ein sehr junges Ersterkrankungsalter auf, sie manifestieren sich im Alter von 21 Jahren.

 

In diesem Alter erleben viele junge Menschen ihre erste romantische Beziehung. Wenn sich zur gleichen Zeit eine Angststörung entwickelt, wirft die Erkrankung natürlich ihren Schatten auf die Beziehung. Dies bedeutet reichlich Konfliktpotenzial für das junge Glück. Unser Beziehungsguide bietet unzählige Hilfestellungen, um diese Konflikte zu bewältigen und Beziehungen zu retten.



 

Bindungsstörungen: Angst in der Beziehung

 

 

Da sich vor allem soziale Phobien im jungen Erwachsenenalter manifestieren, sind junge Paare besonders stark von den Auswirkungen einer Bindungsstörung betroffen. Entwickelt einer der beiden Partner im Laufe der Beziehung eine solche Angststörung, verliert er das Vertrauen in die Beziehung und folglich die Fähigkeit, die Bindung aufrechtzuerhalten.

 

Die Angst in der Beziehung führt zu einem ausweichenden Verhalten. Der Betroffene zieht sich über längere Zeit zurück oder sucht akribisch nach Fehlern in der Beziehung. Ein derartiges Verhalten stellt jede Beziehung auf die Probe – auch wenn die Ursachen anfangs meist nicht eindeutig sind, erkennt man relativ schnell die ersten Anzeichen für die sogenannte Bindungsangst. Diese Phase bedeutet für den betroffenen Partner eine sehr anstrengende Zeit.

 

Auch die Verlustangst gilt als typische Bindungsstörung. Während die Bindungsangst eher ein Vermeidungsverhalten von Nähe und Bindung bedeutet, stellt die Verlustangst ein zurückhaltendes Bindungsverhalten dar. Nicht selten treten beide Störungen gemeinsam auf, wodurch die Beziehung zusätzlich verkompliziert wird. Doch woran erkennst du, dass die Verlustangst die Beziehung zerstört? Die häufigsten Anzeichen für Bindungs- und Verlustangst sind:

 

  • Ein Partner bestimmt: Entscheidet dein Partner, wann, wo und wie ihr euch trefft? Hast du keine Chance, ihm näherzukommen, da er deine Vorschläge regelmäßig ins Leere laufen lässt? Wenn er sich ungern auf Kompromisse einlässt, ist er vermutlich bindungsängstlich.

 

  • Ständiges Hin und Her: Falls dein Partner häufig zwischen extremer Nähe und Distanz wechselt, liegt bei ihm vermutlich eine entsprechende Störung vor. Vor allem nach besonders emotionalen Momenten oder vor großen Ereignissen (z. B. gemeinsame Wohnung oder Familienfeiern) kann dieses Verhalten verstärkt auftreten. Dies ist dann als eindeutiges Zeichen für eine Bindungsangst zu werten.

 

  • Fernbeziehung gewünscht: Falls dein Partner lieber auf Distanz bleibt und sich schwer damit tut, eine gemeinsame Wohnung zu beziehen, leidet er wahrscheinlich unter Bindungsangst.

 

  • Liebesverlust: Du bist nach einer schönen Kennenlernphase eine Beziehung mit deinem Partner eingegangen und auf einmal ist seine Liebe verschwunden? Dies ist ein typisches Problem bei Bindungsstörungen. Durch zunehmende Verpflichtungen kann sich ein emotionaler Druck entwickeln, der die Liebesgefühle geradezu erstickt.

 

  • Bedürfnis nach Freiraum: Da mit einer Beziehung auch Verpflichtungen einhergehen, entsteht bei Menschen mit Bindungsangst durch die Erwartungen des Partners ein starker emotionaler Druck. Dies verstärkt den Wunsch nach persönlichem Freiraum, wodurch die Beziehung zusätzlich leidet.

 

Es kommt allerdings auch vor, dass eine belastende Beziehung eine latente Angststörung bei einem Partner erst zum Ausbruch bringt. Auch in diesen Fällen ist das Paar meist überfordert. Der amerikanische Familientherapeut Jacob Priest hat herausgefunden, dass Menschen mit latenter Angststörung Sicherheit häufig in einer Beziehung suchen.

 

Kommt es dann zu einer schweren Krise oder einer Enttäuschung in dieser Beziehung, kann sich die bisher latente Störung manifestieren. Durch die anhaltenden Probleme fällt es Betroffenen häufig schwer, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, was die Krankheit zusätzlich verstärkt.



Angst in der Beziehung? Beziehungen retten mit unserem Beziehungsguide

 

Falls du selbst oder dein Partner unter einer bestimmten Angst- oder Bindungsstörung leidest, solltet ihr euch unbedingt professionelle Hilfe suchen. Die Ursachen für eine derartige Störung lassen sich nicht immer auf Anhieb bestimmen und schon gar nicht ausmerzen.

 

Dass sich Ängste negativ auf eine Beziehung auswirken, ist keine Seltenheit und von Experten unbestritten. Eine durch Verlustangst zerstörte Beziehung ist für die Betroffenen eine tragische Erfahrung. Um deine Beziehung zu retten, muss der erste Schritt aber nicht immer direkt zu einem Paartherapeuten gehen: Häufig reicht schon ein Blick in unseren ausführlichen Beziehungsguide. Dort findest du viele Hinweise, wie ihr gemeinsam mit der Angst umgehen könnt. Auch eine durch Angststörung zerstörte Beziehung kann gerettet werden!

 

 

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Quellen: 


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182616/umfrage/haeufigkeit-von-angststoerungen/
https://www.gbe-bund.de/pdf/Heft21.pdf
https://www.aerzteblatt.de/archiv/145101/Angststoerungen-Auswirkung-auf-Beziehungen
https://www.aok.de/pk/magazin/familie/beziehung/bindungsangst/

 

 

Autoren: Ostrowski, Pascovic


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